Ein Kaleidoskop von Nachrichten aus der Welt der Onkologie
Mit Ende 2025 blicke ich auf 30 Jahre in der Forschung und der klinischen Onkologie zurück. In kaum einem anderen Feld der Medizin hat es in den letzten Jahrzehnten so viele Erkenntnisse und neue Entwicklungen gegeben. Jedes Jahr ist etwas Neues zu lernen und die Freude ist groß, neue Erkenntnisse und Therapien in der klinischen Praxis einsetzen zu können. Jede neue Therapie bedeutet für viele onkologische PatientInnen auch neue Hoffnung.
Über die Dauer meines bisherigen Berufslebens hat die Therapie von Krebserkrankungen einen grundlegenden Umbruch erfahren. Während in meinen Ausbildungsjahren in den 90er Jahren die Onkologie therapeutisch fast ausschließlich auf Chemotherapie zurückgriff, ist es durch ein besseres Verständnis der Biologie mittlerweile möglich, viel zielgerichteter gegen Krebserkrankungen vorzugehen. Wir verstehen heute besser, welche zellulären Mechanismen das ungehemmte Krebswachstum ermöglichen und befördern, und wir haben Medikamente zur Hand, diese Schalter zu blockieren. Auch wissen wir um das Potential des Immunsystems, das Krebswachstum auszubremsen und ForscherInnen haben Methoden gefunden, dieses Potential auszuschöpfen.
Warum ist es trotz all dieser Fortschritte nicht gelungen den Krebs dauerhaft zu besiegen? Vielleicht weil das Phänomen in unsere Biologie eingeschrieben ist. Nicht nur in die Biologie des Menschen übrigens, sondern aller Lebewesen. Tatsächlich dürfte Leben in seiner Vielfältigkeit nicht denkbar sein, ohne dass die Vitalprogramme auch einmal außer Kontrolle geraten können. Die Wissenschaft macht aber weiter Fortschritte und mit Blick auf Forschungsergebnisse heute können wir jetzt schon sagen, dass die Krebstherapie in zehn Jahren ganz anders aussehen wird als zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Ich berichte in dem Onkologischen Kaleidoskop über die Nachrichten, die uns von der onkologischen (Forschungs-)Front erreichen. Es ist dies eine subjektive Auswahl und ich berichte aus einer persönlichen Sicht der Dinge, die geprägt ist durch eine lange Karriere als Forscher und in der Klinik tätiger Onkologe. Spannend und immer wieder faszinierend und auch überraschend, zu welchen Erkenntnissen Forscher und Forscherinnen aus aller Welt gelangen.
Wichtige Informationen zu den Beiträgen
*Die Beiträge behandeln Erkenntnisse allgemeiner Art und sind nicht dazu gedacht individuelle Behandlungsempfehlungen abzuleiten.
Typischerweise werden in den Beiträgen neue biologische Erkenntnisse diskutiert. Neue Therapieformen werden wenn dann in ganz allgemeiner Art behandelt, ohne auf spezifische Substanzen einzugehen.
Die Blogbeiträge sind redaktioneller Natur, die Auswahl der Themen erfolgt unabhängig. In dem Blog sind keine bezahlten Anzeigen („Werbung“) inkludiert.
Die Beiträge können in keiner Weise das persönliche Gespräch zwischen Arzt und Patient oder einen individuellen Behandlungsplan ersetzen.
Über den Autor
Mit Ende 2025 blickt Dr. Niklas Zojer auf 30 Jahre in der Forschung und der klinischen Onkologie zurück.
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